Verkehrsminister will Stauaufkommen verringern
Jul 1st, 2008 by admin
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Er möchte das Stauaufkommen, das viele Autofahrer Tag für Tag auf unseren Autobahnen erleben dürfen, spürbar verringern. Wie „Spiegel Online“ berichtet, hat Tiefensee gleich ein ganzes Bündel an Maßnahmen bzw. Ideen zusammengeschnürt, um sein Ziel zu erreichen.
Die Entlastung der Autobahnen bzw. die Vermeidung von Staus wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gleich aus mehreren Gründen angestrebt. Vor allem wirtschaftliche Gründe spielen eine wichtige Rolle: Jedes Jahr werden die Erträge der Wirtschaft um mehrere Milliarden Euro geschmälert, weil Mitarbeiter, Waren und Produkte nicht rechtzeitig an ihren Ziel- und Bestimmungsorten eintreffen. Außerdem weißt das Ministerium darauf hin, dass eine Verringerung des Stauaufkommens auch aus umweltpolitischer Sicht eine zu begrüßende Maßnahme ist. Schließlich werden jährlich mehrere Millionen Liter Kraftstoff unnützerweise in Staus verbrannt.
Ob der Verkehrsminister sein ehrgeiziges Ziel erreichen wird, ist jedoch fraglich. Das zuvor erwähnte Bündel an Maßnahmen wartet nicht mit einer revolutionären Lösung auf. Stattdessen schwebt dem Verkehrsminister vor, LKWs mit Hilfe von Überholverboten dauerhaft auf den rechten Fahrstreifen zu verbannen. Des Weiteren soll die LKW Maut auf ausgewählten Streckenabschnitten zu bestimmten Uhrzeiten spürbar erhöht werden.
Mit diesen Maßnahmen wird er jedoch nur den PKW Fahrern eine Freude machen, weil deren Verkehrsfluss weniger behindert wird. Doch für die LKWs würde sich durch das Überholverbot für LKW die Situation noch verschlimmern. Höhere Kosten und Lieferverzögerungen könnten dazu beitragen, die wirtschaftlichen Verluste sogar zu erhöhen. Ein massiver Ausbau zahlreicher Autobahnverbindungen ist zwar teuer, auf lange Sicht jedoch bestimmt die bessere Lösung.